Ich sehe was, was du nicht siehst

von Andreas Thaler

Ein junger Mensch wagt erstmals den Versuch auf eigenen Beinen zu stehen und beschließt trotz Gegenwehr der überfürsorglichen Mutter, eine eigene Wohnung zu beziehen. Der Protagonist der hier das Nest verlässt ist blind. Von Geburt an blind, von Geburt an von der Familie in eine sichere Welt frei von Gefahren und Hürden gebettet, zieht es ihn nun doch aus der vermeintlichen Sicherheit hinaus, in ein selbstbestimmtes Leben. Allem Widerstand der Mutter zum Trotz.Vor der Tür steht ein Mädchen. Sie sei wegen der Announce hier, MitbewohnerIn gesucht. Ein Irrtum, denn er hat nie eine solche Announce aufgegeben.
Schnell verwickelt das redseelige Mädchen den Überumpelten in ein Gespräch und lädt sich schließlich selbst zum Kaffee in die Wohnung ein. Erst nach längerem Fortgang des Gespräches bemerkt das junge Mädchen, dass der Junge blind ist.
Wie kann jemand der blind ist, alleine eine Wohnung bewohnen? Ohne Hilfe. Ganz auf sich allein gestellt. Announce hin oder her, warum solle sie nicht trotzdem hier einziehen. Ihm zur Hand gehen, auch wenn er beteuert keine Hilfe zu brauchen, so ganz glauben kann sie das nicht und außerdem ist zu zweitsein doch schöner als alleine sein.
Die Frage ob er das Mädchen bei sich haben will oder nicht, stellt sich sehr schnell nicht mehr, denn mit oder ohne seinem Einverständnis - sie bleibt. Sie richtet sich ein. Sie wird ein Teil seines Lebens und so beginnt eine Freundschaft ganz besonderer Art.

Besetzung

Produktion: Petra Pauritsch
Schauspieler: Lisa Rohrer/ Christian Krall
Regie: Alexander Kropsch
Ausstattung: Paula Perschke
Regieassistenz: Nadja Pirringer
Text: Andreas Thaler
Musik: Matthias Ortner

Fotos

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